Samstag, 13. September 2014

Queen Elizabeth Nationalpark

In der Früh haben wir dann natürlich wieder einen Anruf bekommen, dass der Jeep noch länger in der Werkstatt ist und geschweißt werden muss. Somit gabs dann ein ausführliches Frühstück und die Mädels haben sich in die Sonne gelegt. Andy musste leider unter meiner Langeweile leiden und durfte meine Allroundertalente erfahren. Um seine afrikanischen Blessuren zu kaschieren gabs einen neue Kurzhaarfriseur durch Friseurmeister Manu mit der Küchenschere! Leider kam der Jeep dann zu früh und es wurde nur eine Seite fertig. 

Gegen 11 Uhr sind wir dann in Richtung Queen Elizabeth N.P. gefahren, wo wir auf dem Weg ein bisschen die Rwenzori Berge sehen konnten und sich die Landschaft stark veränderte bis hin zur Savannenlandschaft. In Kasese legten wir dann einen kleinen Versorgungsstopp ein, um für die nächsten Tage Gemüse, Trinkwasser und Konserven zu kaufen. Im indischen Supermarkt wurden zuerst die nicht verderblichen Produkte gekauft und Anna und ich sind dann auf den lokalen Markt zum Gemüse- und Obstkauf. Anna war von den Reizen um sie herum etwas überfordert und kann es als Afrikamoment abhaken während ich uns gut durch Einkaufskultur und dem Labyrinth an Wegen und Gängem schleusen konnte. Wir konnten auch noch eine Bastelschere für 30 Cent ergattern, um Andys linke Kopfhälfte noch zu schneiden/"rasieren".




Weiter gings dann an die Parkgrenze vom Queen Elizabeth Nationalpark, der als nördliche Grenze fast den Äquator trifft und wir natürlich auch ein Tourifoto abgestaubt haben. Cheesy wie der Lonely Planet so passend dazu sagt. Am ersten Gate durften wir dann die seltene Gattung des deutschen Mercedes in seiner weißen Hautfarbe begutachten. Irgendein Nationalparkmitarbeiter verdient eindeutig zu viel Geld. Dort mussten wir dann auch schon alle Aktivitäten, die wir im Park machen wollten, im Voraus zahlen. Die Uganda Wild life Authority betreibt seit Anfang 2014 ein elektronisches Kartensystem, welches man an "Hauptkassen" auflädt und dann somit bargeldlos an den entsprechenden Gates, Infrastrukturen etc. vorzeigt und eingelesen wird. Das soll die Sicherheit für die Touris erhöhen und die Korruption bekämpfen. Von mir aus. Die Geschwindigkeit der Bürokratie an den Gates erhöht es auf jeden Fall nicht und man hat wieder einen Stapel Zettel, den man mit sich rumträgt. Wir haben dann für zwei Tage Eintritt und Camping gezahlt und es ging weiter zu unserem Campingplatz auf der Mweya Halbinsel am Lake Edward bzw. Kazinga Kanal, der Lake George und Edward verbindet. Die fahrt dahin haben wir dann direkt als Game drive ausgebaut und sind mit offenem Safaridach bzw. auf dem Dach vom Jeep sitzend die Stunde zum Campingplatz gefahren. Direkt nach ein paar Metern hat uns schon die erste Elefantenfamilie begrüßt. Der Campingplatz lag dann wunderschön mit einem tollen Ausblick erhöht am Kanal. Wir waren natürlich mal wieder die einzigen Camper und hatten nette Sanitäranlagen sowie einen Pavillon zum Kochen und abhängen. Dort hab ich dann Andys Frisur noch fertig geschnitten. Wir wurden dann auch noch zum Campingplatzmanager und seiner Assistentin begrüßt, die uns versicherten, dass seit 14 Jahren noch nichts passiert ist hier und wir die wilden Tiere genießen sollen. Die Campingplatzpolizei kam dann auch noch und meinte, dass sie Streife läuft und alles im Blick hat. Die lauten Tiergeräusche von Hippos, Büffeln, Warzenschweinen und millionen Vögeln hat vor allem die anderen Drei sehr beeunruhigt, da es die ersten Kontakte in der Wildnis waren. Richtig cooler Campingplatz! Leider veränderte sich dann Abends das Wetter schlagartig und es kam eine heftige Sturmfront auf uns zu, die uns volle Kanne erwischt hat. Der horizontale Regen hat den Pavillon schnell unter Wasser gestellt und mein Zelt konnte dem Wind nicht standhalten und lag komplett flach am Boden. Um es zu retten sind wir dann ins Zelt gerannt und haben versucht zu retten was geht. Der Wind hatte dann nach ein paar Minuten zum Glück nachgelassen und wir konnten das Zelt wieder etwas stützen und es hatte aber immer noch soviel geregnet, dass der ganze Boden von einem Wasserfilm von 5-8 cm bedeckt war. Im Zelt fühlte es sich an als liege man im Wasserbett. Super eklig und es ist auch das ein oder andere Wasser reingelaufen. Nach ner halben Stunde war der Spaß vorbei. Ich hatte mir meine Badehose angezogen und bin barfuß durch den Schlamm gelatscht/gerutscht, um die sonstigen Sachen (Küchenzeugs und Mayers Gepäck) im Pavillon zu retten. Außerdem gabs dann Essen ans Bett für die anderen, die sich nicht komplett einsauen wollten. Das Fazit waren ein paar nasse Klamotten sowie Campingutensilien und meine Stange vom Vorzelt hat einen komplizierten Bruch erlitten, der notdürftig mit einem Ast geschient wurde. 








Nach einer nassen und lauten (gruseligen) Nacht gings um 4.45 Uhr schon wieder aus den Federn/Schlamm zum morgendlichen Game drive mit unserem Guide Henrietta. Am Nachmittag gings dann weiter durch den riesigen Nationalpark nach Ishasha. Die Fahrt war landschaftlich richtig genial und veränderte sich ständig zwischen Savanne und Wald. Die Besonderheit an diesem sehr peripheren Stück des Nationalparks sind die "Baumkletterlöwen". Eine gute Übersetzung haben wir noch nicht gefunden, aber es geht also um Löwen, die zum chillen und schlafen auf Bäume klettern. Leider konnten wir aber keine finden. In Ishasha haben wir dann am Ishasha River Camp unser Zelt aufgeschlagen. Der Ishasha River ist gleichzeitig die Landesgrenze zwischen Uganda und der DR Kongo. Natürlich wieder alleine. Diesmal waren wir aber direkt von mehreren schwer bewaffneten Guards bewacht, die neben ihrer AK 47 noch drei Ersatzmagazine an der Brust trugen. Allerdings nicht wegen dem Kongo sondern wegen den unzähligen Hippos die hier am Flussbecken lagen in der prallen Sonne und quasi wie im Streichelzoo vor uns lagen. Geiles Ambiente!














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